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Stippen, dippen, nippen – Versunkenen Keksen auf der Spur

04.08.2014 Ältere Beiträge

3 Kommentare Anita Freitag-Meyer

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Tunkst du schon oder knusperst du noch? Bei unserem Artikel über Kekstypen haben sich ja nicht gerade wenige als Tunker geoutet. Das haben wir zum Anlass genommen, ein paar ungewöhnliche Fakten über diese Kekstechnik zu sammeln.

Bildquelle: © Michael Felix - Fotolia.com
Bildquelle: © Michael Felix – Fotolia.com

Was erzählt das Geschichtsbuch?

Man glaubt es kaum, aber die alten Römer waren echte Tunker! Das lag daran, dass die damaligen Kekse ziemlich hart waren und durch das Stippen weicher wurden. Das Wort biscuit ist nämlich von dem Lateinischen Begriff „bis coctum“ abgeleitet und das bedeutet „zweifach gebacken“. Im alten Rom tunkte man übrigens nicht in Kaffee oder Tee, sondern standesgemäß in Wein. Uuuuaaahhhh…

Und was sagt die Wissenschaft?

Joachim Schlichting, Professor des Instituts für Didaktik der Physik an der Universität in Münster beschreibt das Tunken so: “Je nach Herstellungsart durchzieht das Gebäck ein mehr oder weniger verzweigtes Netzwerk von Kapillaren, in dem sich die Feuchtigkeit ausbreiten kann wie die Tinte im Löschpapier. Dank dieser ausgeprägten Porosität gelangt die Flüssigkeit nach einer gewissen Zeit auch an Stellen, die gar nicht eingetaucht wurden.“  Mit anderen Worten: Tunkt man einen Keks in Flüssigkeit, wird er weich. Aha…so..so…

Allerdings löst sich dadurch auch der Zucker besser – der Keks schmeckt süßer. Gerade in Heißgetränken schmilzt die Schokolade leicht, sodass man insgesamt ein intensiveres Geschmackserlebnis hat. Bis zu zehnmal so viele Aromen sollen dadurch abgegeben werden.

Bildquelle: © beto_chagas - Fotolia.com
Bildquelle: © beto_chagas – Fotolia.com

Andere Länder, anderes Stippen?

Tunken ist in vielen Ländern verpönt. In Großbritannien galt das Stippen von Keksen als Kinderkram oder Ausdruck schlechter Erziehung. Auch in Deutschland zählen Kekse in Kaffee- oder Teefluten nicht gerade als gute Tischmanieren. In den USA ist das Tunken mittlerweile salonfähig dank der Oreo-Kekse, die man gerne in Milch dippt. Über den  ulkigen Tunk-Kult in Australien haben wir ja bereits berichtet. In Spanien, Südafrika und Indien hat das Tunken von jeher Tradition, weil hier mehr harte Kekse gegessen werden.

Und wie sieht die Realität aus?

In einer Forsa-Studie haben sich vor einigen Jahren 20 Prozent der Deutschen als Tunker geoutet. Und auch wir kennen seit Jahren einen unserer liebsten Keksblog-Fans, der aber auch jeden unserer Kekse versenkt (jaaaa…Bernd – DU bist gemeint!! 🙂 ) Allerdings scheint sich diese Technik nur ganz allmählich an unsere Kaffeetafel zu schleichen. Unter den über 60-Jährigen stippen nämlich nur 12 Prozent, während bei den unter 45-Jährigen schon fast jeder Dritte Kekse auf Tauchgang mag.

 



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3 Antworten auf „Stippen, dippen, nippen – Versunkenen Keksen auf der Spur“

  1. Spannend ist es, den Moment zu erwischen, kurz bevor der weiche Keks sich von dem klitzekleinen noch harten Stück zwischen meinen Fingern trennt. Dann geht nämlich das Fischen mit dem Löffel im Kaffee oder in der Milch los. Ich liebe Tunken!

    Ganz liebe Grüße aus dem Norden und dem ganzen Team einen wunderschönen sonnigen Wochenstart
    Petra
    (Wir haben den letzten Freitag vor der Sommerpause noch fein zuschlagen können im Fabrikverkauf :-))

  2. Bei mir versinkt der eine oder andere Keks auch schon mal in / unter Nutella / Honig / Marmelade, oder wird ein eine Scheibe Salami / Schinken / Käse eingewickelt. Das ist soooo lekker

  3. Gebäck gehört für mich einfach zum Kaffee dazu. Am besten selbsgebackene, noch warme Kekse, frisch aus dem Ofen. Und dann natürlich in den heißen Kaffee/Cappuccino getunkt. Da geht mir das Herz auf 🙂

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