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Mit allen Sinnen – Warum wir echte Briefe mögen

12.11.2014 Ältere Beiträge

3 Kommentare Anita Freitag-Meyer

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Man kann nicht übersehen, dass wir in der Keksfabrik ziemliche Social Media-Junkies sind. Wir bloggen gerne, mögen Facebook, Instagram & Co und unsere Smartphones sind unsere ständigen Begleiter. Trotzdem mögen wir Briefe. Und heute möchten wir Euch verraten, warum.

Heutzutage fischt man eigentlich nur noch Rechnungen und Werbung aus dem Briefkasten. Manchmal findet man noch Hochzeitseinladungen oder Geburtstagskarten. Aber abgesehen davon erhält man so selten private Post, dass man sich schon fast wie in einer Zeitreise fühlt, wenn man den eigenen Namen handgeschrieben liest.

Wer sich ab und an mit älteren Leuten unterhält, weiß, was sie von unserer heutigen Kommunikation halten: Viel zu schnell, viel zu oberflächlich. Man kann darüber natürlich einfach nur die Augen rollen, aber es steckt schon ein wahrer, weiser Kern darin.

Viel mehr als ein Stück Papier

Unsere Welt ist voller Effizienz und Checklisten. Wir planen und organisieren, um möglichst viele Kontakte und To-Dos unter einen Hut zu bekommen. Sich hinzusetzen und sich die Zeit für einen Brief zu nehmen, bedeutet Wertschätzung. Man investiert Zeit und Gedanken, schenkt dem Adressaten Aufmerksamkeit. Damit ist ein Brief heute im Grunde viel wertvoller geworden, als er es noch vor 20 Jahren oder in Zeiten der Postkutsche war. Damals waren Briefe ganz normal, heute sind sie eine Rarität. Und das macht einen Brief etwas ganz Besonderes.

Briefe haben Kraft

Allein die Tatsache, dass ein Brief weit gereist ist, dass der Absender ihn tatsächlich in der Hand gehalten hat, stellt eine echte Verbindung her. Auch damit kann What’s App nicht mithalten. Und habt Ihr mal darauf geachtet, wie Ihr E-Mails lest – oder vielleicht auch unsere Blogbeiträge? Man springt hin und her, aber meistens liest man gar nicht Wort für Wort. Bei Briefen ist das anders. Die Adressaten Eures Briefes werden den Brief ganz lesen, jedes Wort, bis zum Ende. Garantiert! Wenn Ihr die volle Aufmerksamkeit haben wollt, schreibt einen Brief. Denn Briefe haben Kraft.

E-Mails duften nicht

Außerdem kann man einen Brief ganz persönlich gestalten. Allein die Wahl des Briefpapieres und des Umschlags sagen bereits viel aus. Man kann die Größe bestimmen und sogar Sonderbriefmarken aufkleben. Natürlich hängt man auch an E-Mails Fotos an oder ändert zum Spaß die Schriftfarbe, aber es ist doch längst nicht dasselbe. Und mal ehrlich – habt Ihr an eine E-Mail schon mal Sand aus dem Urlaub angehängt oder Parfum auf eine Facebook-Nachricht gesprüht? Na, also!  😉

Tagtäglich rappeln bei uns privat wie beruflich so viele E-Mails ein, dass man schon fast froh ist, wenn man alles, was erledigt ist, löschen kann. Damit verschwinden die elektronischen Botschaften im Nirvana. Briefe kann man aufbewahren. Und wenn man ein wenig auf sie aufpasst, schmunzelt man noch Jahrzehnte später darüber. Wie sagt man so schön: Papier ist geduldig!

Harten Fakten für die Zweifler

Für all jene unter Euch, die wir mit unserer Gefühlduselei bisher nicht überzeugen konnten, kommen hier noch drei knallharte Gründe:

  1. Wer häufig mit der Hand schreibt, bleibt ganz einfach in Übung. Man schreibt schneller und vor allem lesbarer. Kennt Ihr doch sicher auch, oder? Da macht man sich irgendwo flux Notizen und eine halbe Stunde später kann man es kaum noch entziffern. Das passiert Briefschreibern nicht!

2. Briefe schreiben ist so retro, dass es schon wieder cool ist.

3. Das Christkind hat keine E-Mail-Adresse. Also, ran an die Stifte und zur Belohnung gönnt Ihr Euch einen Keks. 😉

Alles Liebe,

Eure Anita

 

Bildnachweis: WojtekBurda/istockphoto.de



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3 Antworten auf „Mit allen Sinnen – Warum wir echte Briefe mögen“

  1. Jaaa! Und das macht ja schließlich nicht bloß dem Empfänger Freude: Schönes Papier, ein Stift (oder mal wieder Füller? 😉 ) , mit dem sich die Hand wohlfühlt und die Worte „fließen nur so aus der Feder“ – viel besser, als immer nur auf Tastatur oder Touchscreen rumzuzappeln. Wunderbarer Artikel!

  2. Es stimmt, auch wenn ich mich über eine Nachricht via Facebook von Freunden auch oft sehr freue, ein handgeschriebener Brief ist heutzutage etwas ganz Besonderes. Ich habe noch alle Briefe meines Mannes, einen handgeschriebenen Liebesbrief werden meine Kinder wohl nicht mehr bekommen. Aber wenn es nicht gleich ein Brief sein kann: über eine Karte freut man sich auch sehr. Mit der Hand zu schreiben fällt mir mittlerweile richtig schwer, ich sollte es mal wieder üben und an diejenigen, an die ich gern denke, einen Brief schreiben.

  3. Ich bin vielleicht altmodisch, doch mir machen Briefe schreiben richtig Spass.
    Denn ein kleiner Gruss; ein Gedicht oder die Worte des Herzens auf dem Papier einfach fließen lassen.
    Für jeden Empfänger/ in etwas individuelles schreiben.

    Das ist wie der Plätzchenduft in der Küche an Weihnachten.

    Vielen Dank für den Beitrag.

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