Der Preis ist heiß!

Heute Morgen bekam ich von unserem Süßwarenbundesverband (BDSI) eine aktuelle Pressemitteilung auf den Tisch, die sich richtigerweise erneut mit dem Thema der steigenden Rohstoffkosten beschäftigt. Ich kenne die Probleme natürlich in – und auswendig und beschäftige mich seit Monaten mit nichts anderem mehr damit, aber es muss auch immer wieder gesagt und betont werden, wie krass die Belastungen für unsere Branche sind, damit es jeder versteht und nachvollziehen kann. Und wenn unser kleines Keksblog auch nur ein Fünkchen dazu beitragen kann, dass Preisschwellen im Handel endlich fallen, dass die Zuckermarktordnung grundlegend reformiert wird und wir wieder Zucker und viele andere Rohstoffe zu nachvollziehbaren und marktgerechten Preisen einkaufen können – dann will ich diese Pressemitteilung gerne teilen und auf die Brisanz der Rohstoffkrise hinweisen. Ich bin nicht naiv zu glauben, dadurch die Welt zu verändern, aber gesagt werden muss es…wieder und wieder…und wir Hersteller müssen dran bleiben und dafür kämpfen, dass unsere süßen Produkte wieder mit ausreichend Wertschöpfung produziert werden können, damit sie nicht nur dem Verbraucher Freude machen, sondern auch der überwiegend mittelständisch geprägten deutschen Süßwarenindustrie.

Anita Freitag-Meyer

Hier der offizielle Text der BDSI-Pressemitteilung vom 02.03.2012:

Rohstoffpreise zehren Erträge der mittelständisch geprägten Süßwarenindustrie aus

Ob Zucker, Weizen, pflanzliche Öle und Fette, Butter, Mandeln oder Haselnüsse: Die erheblichen Preissteigerungen für agrarische Rohstoffe bereiten der deutschen Süßwarenindustrie weiterhin größte Sorgen. Dies meldet der Bundesverband der Deutschen Süßwarenindustrie e.V. (BDSI). Vielfach können die  Unternehmen die höheren Rohstoffkosten wegen des scharfen Wettbewerbs im Lebensmitteleinzelhandel nur verzögert oder nicht in vollem Umfang weitergeben. “Das Ergebnis ist eine Ertragserosion, die besonders den kleinen und mittelständischen Süßwarenbetrieben zu schaffen macht und teils existenzbedrohende Auswirkungen hat”, so Dr. Dietmar Kendziur, Vorsitzender des BDSI.

Erschwerend kommen für Hersteller von Süßwaren, Knabberartikeln und Eiskrem die drastisch gestiegenen Ölpreise hinzu, die im Februar 2012 ein neues Allzeithoch erreichten. Hierdurch verteuern sich nicht nur die Energiepreise, sondern auch die Preise für Verpackungen und die Transportkosten. Zugleich wird den Verbrauchern Kaufkraft entzogen.

Die Süßwarenindustrie steht bei dem für sie wichtigsten Rohstoff – dem Zucker – nun schon seit Monaten vor einen paradoxen Situation: Zucker für die Lebensmittel- und Getränkeproduktion ist in Europa knapp und das trotz einer Rekordernte bei den Zuckerrüben. Maßgeblich mitursächlich für diese besorgniserregende Entwicklung ist, dass das europäische Quotensystem den Markt für Zucker für die Lebensmittelproduktion (sog. Quotenzucker) künstlich verknappt und so den Preis nach oben treibt.

“Der Zuckerpreis ist in der EU im letzten Herbst wegen der Zuckerknappheit dramatisch um bis zu 50% gestiegen, obwohl wegen der Rekordernte eigentlich genug Zucker da ist. Es ist nicht hinnehmbar, dass mittelständischen Lebensmittelbetrieben durch eine überholte Zuckermarktordnung Kapital entzogen wird, das sie dringend brauchen, um international wettbewerbsfähig zu bleiben und weiter eine hohe Wertschöpfung und Arbeitsplätze zu sichern”, so Dr. Dietmar Kendziur weiter. Die Süßwarenindustrie erwartet deshalb von der Politik, dass das Quotensystem für Zucker im Jahr 2015 ausläuft, so wie es die EU-Kommission in ihrem Reformvorschlag zur europäischen Agrarpolitik vorsieht. Produktionsquoten sind ein Auslaufmodell in den europäischen Agrarmärkten, seit die EU zu Recht den Weg zur Marktorientierung im Agrarsektor eingeschlagen hat.

Doch auch kurzfristig muss die EU-Kommission früh und effektiv reagieren, um eine ausreichende Versorgung des Marktes mit Zucker zu gewährleisten. Solange der Zuckersektor einer politisch administrierten  Marktordnung unterliegt, muss auch die Verfügbarkeit von Zucker durch die Politik sichergestellt werden. Es wird erwartet, dass die Lagerbestände in der EU auch zum Ende dieses Jahres erneut auf einem äußerst niedrigen Niveau liegen werden. Dadurch besteht die Gefahr, dass die Zuckerpreise weiter steigen. Geeignete Maßnahmen der EU-Kommission wie die Umwidmung von Nicht-Quotenzucker in Quotenzucker und zusätzliche Einfuhrkontingente zum Nullzollsatz sind daher erforderlich, um die Zuckermenge für die europäische Lebensmittelindustrie zu erhöhen. Konkret bedeutet diese die deutliche Erhöhung der europäischen Endlagerbestände von derzeit rund 1,9 Mio. t auf mindestens 3,5 Mio. t Zucker (dies entspricht rund 20% des Jahresbedarfs von Zucker in Europa).

Noch mehr Informationen auf der Website des BDSI hier

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