Flüssiges Gold – Schokolade

Der wesentlichste Rohstoff zur Veredelung unserer Kekse und Waffeln ist die Schokolade.

In unserer Produktion verwenden wir ausschließlich sowohl Zartbitter- als auch Vollmilchkuvertüre.

Als Kuvertüre bezeichnet man Überzugsmassen, die als Fettbestandteil nur Kakaobutter enthalten. Hierin unterscheidet sie sich maßgeblich von der Fettglasur, die ebenfalls vielfach in der industriellen Fertigung von Gebäcken zum Einsatz kommt, jedoch als minderwertiger gilt.

Der größte Teil der Kakaoproduktion stammt aus Westafrika, von der Elfenbeinküste. Die Kakaobäume wachsen bis zu 15 Meter hoch und ihre Früchte werden auch heute noch per Hand mit der Machete geerntet. Die dann folgenden Prozesse der Fermentation, der Trocknung und Röstung bis hin zum Mahlen, Walzen und Conchieren der feinen Schokolade, werden bildreich und gut verständlich auf der Seite des Schokomuseum.at erklärt.

Schokolade ist neben den eingesetzten Fetten der teuerste Rohstoff in unseren Gebäckartikeln. Wir schließen für unseren Bedarf sog. Kontrakte mit einer Laufzeit von bis zu 1,5 Jahren. Der Agrarrohstoff Kakao wird an den Rohstoffbörsen in New York und London gehandelt. Da unsere Menge nicht ausreicht, um direkt beim Erzeuger in Afrika zu kaufen, kontrahieren wir unseren Bedarf über unsere Lieferanten an diesen Börsen. Um eine sichere Kalkulationsgrundlage zu haben, ist es daher sinnvoll, diese sehr kalkulationsrelevanten Rohstoffe für einen längeren Zeitraum in der Zukunft zu decken, damit man keine bösen Überraschungen durch Kursschwankungen erlebt, die das Ergebnis empfindlich beeinträchtigen können.

In jüngster Zeit ist es leider so, dass sich die Rohware Kakao stark volatil (veränderlich) verhält, das heißt starken Schwankungen unterliegt und keine verlässlichen Prognosen des Kursverlaufs möglich sind. Viele Kakao verarbeitenden Betriebe scheuten sich in den letzten Monaten langfristige Kontrakte abzuschließen, da sich der Markt auf extrem hohem Niveau befindet und jeder hofft, dass sich die Lage wieder entspannt und günstigere Kontrakte möglich sind. Beeinflusst wird dieser Markt nicht nur durch die Ernte, die Nachfrage und teils auch durch die politische Lage vor Ort in den Anbaugebieten, sondern zunehmend durch Spekulationen auf den Rohstoffmärkten, was wir mit großer Sorge verfolgen. Denn nicht immer sind Ernteausfälle oder der gestiegene Bedarf durch Bevölkerungswachstum und veränderten Ernährungsweisen der Grund für teure Lebensmittel. An dieser Stelle fügen wir einen Ausschnitt eines Interviews der Süddeutschen Zeitung mit Dirk Müller, Börsenexperte, ein, dem wir uns voll und ganz anschließen.

“Noch ein Wort zur Spekulation mit Lebensmitteln: Ich halte es für einen der größten Skandale unserer freien Wirtschaftswelt, dass hemmungslose Spekulation mit Grundnahrungsmitteln überhaupt möglich ist. Wenn ich Aktien kaufe, stelle ich der Aktiengesellschaft Geld zur Verfügung, damit sie Ertrag erwirtschaftet und im Idealfall auch noch Arbeitsplätze schafft und die Wirtschaft insgesamt voranbringt.

Das nenne ich investieren, um etwas zu schaffen und weiterzuentwickeln. Wenn ich Öl oder Gold kaufe, in der Hoffnung, dass die Preise steigen, dann ist das kein Investieren, sondern Spekulieren.

Ich wette nur auf den Preisanstieg. Wenn viele Marktteilnehmer Gold kaufen, weil sie auf einen steigenden Goldpreis wetten, steigt die Nachfrage, und der Goldpreis schießt tatsächlich in die Höhe. Daraus entsteht jedoch kein großer Schaden, außer dass Gold für die Industrie teurer wird oder auch die Schmuckhersteller ihre Preise anheben müssen. Das tut niemandem wirklich weh. Aber wenn ich mit Grundnahrungsmitteln spekuliere, sieht die Sache ganz anders aus.

Stellen Sie sich folgendes Szenario vor: Wir legen alle jeweils nur 100 Euro im Monat als Sparrate in einen Rohstofffonds. Da kommen weltweit einige Milliarden zusammen.

Der Rohstofffonds kauft dann am Terminmarkt Weizen oder Reis. Daraufhin steigt der Reispreis. Nicht weil ich den Reis essen will, sondern nur weil ich mir mal eben einige Tonnen virtuell in die Garage gepackt habe, um sie später zu einem höheren Preis an die Hungernden zu verkaufen.

Ich kaufe also mit meinem Rohstoffinvestment an der gleichen Börse den gleichen Reis wie die Familie in Indonesien. Für die Familie macht es der Großhändler, für mich der Fondsmanager. Das Problem der Hungernden in diesen Ländern besteht nicht darin, dass kein Reis da ist, sondern darin, dass sie ihn sich nicht leisten können, weil er zu teuer ist. Und ich bin derjenige, der den Preis mit nach oben treibt, um dann am Elend und der Not dieser Menschen zu verdienen.”

 

 

11 Kommentare

  1. Ich bemerke jetzt in diesem Moment dass ich deiner Seite wesentlich haufiger lesen sollte ;-) – da kommt der Leser echt auf super Einfalle

  2. Hammer Artikel, dies wollte ich selbst auch schon Mal schreiben, wusste aber niemals wie ich das zu Papier bringen kann .

  3. Ich würde nicht so weit gehen und es als flüssiges Gold bezeichnen…

  4. Thanks For Helpful Information

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  7. Very Interesting Information! Thank You For This Blog!

  8. Wow, what a unique blog. Bravo!

  9. Ich liebe Schokolade und ich kann nicht ohne! Ohjeee und es setzt einfach an. Ich will ja wirklich damit aufhören, aber ich kann am Tag einfach nicht ohne mindest 2 Riegel Schokolade :D Naja, halb so wild :D

  10. Allein bei den Bildern (okay, bis auf den Typ :D ) kriegt man immer sooo Hunger :D

  11. Vielen Dank für diese hilfreichen Tipps!
    Haben mir sehr weitergeholfen und werde den Link weiterempfehlen.

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